Bougainvillea begeistert mit ihren leuchtenden Farben und ihrem üppigen Wuchs. Viele Pflanzenliebhaber wünschen sich, diese Schönheit zu vermehren, ohne ständig neue Pflanzen kaufen zu müssen. Die gute Nachricht: Aus einer einzigen Bougainvillea lassen sich mit der richtigen Methode problemlos mehrere neue Pflanzen ziehen. Entscheidend sind dabei der richtige Zeitpunkt, sauberes Arbeiten und etwas Geduld.
Der beste Zeitpunkt für die Vermehrung
Die Vermehrung gelingt am besten im späten Frühling oder Sommer, wenn die Bougainvillea aktiv wächst. In dieser Phase besitzt die Pflanze genug Energie, um neue Wurzeln zu bilden. Temperaturen zwischen 20 und 28 Grad sind ideal und fördern eine schnelle Bewurzelung.
Vermehrung durch Stecklinge
Die einfachste und erfolgreichste Methode ist die Vermehrung durch Stecklinge. Dafür wählt man einen gesunden, halbverholzten Trieb ohne Blüten. Der Steckling sollte etwa 10–15 cm lang sein und mindestens zwei bis drei Blattknoten besitzen. Mit einer sauberen, scharfen Schere wird der Trieb schräg abgeschnitten.
Die unteren Blätter werden entfernt, damit keine Energie unnötig verloren geht. Die oberen Blätter können bei Bedarf halbiert werden, um die Verdunstung zu reduzieren. Wer möchte, kann die Schnittstelle in Bewurzelungspulver tauchen – das ist nicht zwingend notwendig, erhöht aber die Erfolgsquote.
Das richtige Substrat verwenden
Bougainvillea-Stecklinge benötigen ein luftiges, durchlässiges Substrat. Eine Mischung aus Sand und Anzuchterde oder Kokosfasern eignet sich besonders gut. Der Steckling wird etwa 3–5 cm tief eingesetzt und das Substrat leicht angedrückt, damit er stabil steht.
Feuchtigkeit und Wärme sicherstellen
Nach dem Einpflanzen ist gleichmäßige Feuchtigkeit entscheidend. Das Substrat sollte leicht feucht, aber niemals nass sein. Um ein ideales Mikroklima zu schaffen, kann der Topf mit einer durchsichtigen Plastikhaube oder einem abgeschnittenen Plastikbecher abgedeckt werden. Regelmäßiges Lüften verhindert Schimmelbildung.
Ein heller Standort ohne direkte Sonne ist optimal. Zu starke Sonneneinstrahlung kann den Steckling austrocknen, bevor sich Wurzeln bilden.
Geduld bis zur Bewurzelung
Je nach Bedingungen dauert die Wurzelbildung etwa vier bis acht Wochen. Ein erstes Zeichen für Erfolg ist der Austrieb neuer Blätter. Erst wenn der Steckling gut durchwurzelt ist, sollte er vorsichtig in einen größeren Topf mit normalem, gut durchlässigem Substrat umgesetzt werden.
Pflege der jungen Pflanzen
Junge Bougainvillea-Pflanzen brauchen zunächst Schutz vor direkter Mittagssonne und starkem Wind. Regelmäßiges, aber sparsames Gießen fördert ein kräftiges Wurzelwachstum. Gedüngt wird erst nach einigen Wochen mit einem schwach dosierten Dünger.
Fazit
Mit der richtigen Technik lässt sich aus einer einzigen Bougainvillea eine ganze Sammlung neuer Pflanzen ziehen. Stecklinge sind eine einfache, kostengünstige und effektive Methode, um die eigene Bougainvillea zu vermehren. Wer Geduld zeigt und auf Wärme, Feuchtigkeit und ein lockeres Substrat achtet, wird schon bald mehrere gesunde Jungpflanzen heranziehen können.